Der "Verein"

Die Gemeinschaft wurde 1867 zunächst als "St. Hubertus Schützenverein Straberg" gegründet. Initiator war der Dorfschullehrer Friedrich Ahles, der auch als Vorsitzender fungierte. Schützenfest und Gottestracht wurden fest mit katholischen Kirchenfesten verbunden. Erster Schützenkönig des Schützenvereins wurde Hubert Breuer, im Volksmund "dr ahl Pullemer" genannt. 1899/1900 war er zum zweiten Mal Schützenkönig. Auf seinen sehr schönen Königsorden ließ er eingravieren: 1. und 32. König. Der Verein hatte zu seinem ersten Schützenfest auch schon eine Vereinsfahne, die heute noch vorhanden ist.

 

Die Statuten

Nach zehn Jahren war das Schützenwesen zu einem festen Bestandteil für Straberg geworden, und man war im Schützenvorstand der Ansicht, dass dies auch für die Zukunft festgelegt werden sollte. Es wurden Statuten erarbeitet. Die erste Fassung ist mit dem Datum des 12. Mai 1877 versehen und wurde in einer zweiten Fassung überarbeitet am 26. August 1877 vom preußischen Oberpräsidenten in Koblenz genehmigt.

 

Erster Saalbau

Im Jahre 1881 wurde Peter Bilk (1943-1921) zum neuen Vorsitzenden gewählt. Mit ihm wurde ein Mann an die Vereinsspitze gestellt, der vierzig Jahre lang das Schützenwesen in Straberg geprägt hat. Peter Bilk besaß ein kleines Geschäft auf der Nordseite des Linden-Kirch-Platzes. Die Männer des damaligen Vorstandes stellen Straberger Schützengeschichte und Straberger Gemeinschaftsleben dar. Sie waren es, die den kühnen Gedanken vom Bau einer Schützen- und Festhalle in die Tat umsetzten. In der Generalversammlung am 4. Juni 1882 beschlossen die anwesenden Mitglieder, eine Festhalle zu bauen. Die Halle war gegen Ende des Jahres fast fertiggestellt und hatte natürlich mehr gekostet als kalkuliert war. Als Bürgen trat der geschäftsführende Vorstand auf. Es wird berichtet, dass der Saal 1911 Strom für die elektrische Beleuchtung bekam.

 

Saalwirt

Prominenter Saalwirt war damals Johann Peter Zaum (1867-1930), "Hanspitter" genannt. Er war Wirt in der traditionsreichen, alten Gaststätte von Peter Josef Esser und Ortsvorsteher. Der gemütliche Gasthof wurde leider im Zuge der Neuführung der Kreisstraße im Jahr 1978 abgerissen. Hanspitter bezahlte anfangs an den Kirmestagen 60 Mark und später bis zum Jahr 1914 den Betrag von 105 Mark. Außerdem hatte er alle Nebenkosten zu tragen und die Musikkapelle zu beköstigen, Bedingungen also, welche bis zum heutigen Tag ihre Gültigkeit haben.

 

Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg

Als im August 1918 der erste Weltkrieg zu Ende ging, hatte er auch in Straberg eine traurige Bilanz hinterlassen 25 Gefallene und Vermißte. Drei weitere Veteranen starben noch an den Verwundungsfolgen. Nur langsam formierte sich der Schützenverein neu. Doch die Begeisterung wuchs von Monat zu Monat. Ein Junger Mann mit Namen Josef Schotten, grade erst 20 Jahre alt geworden, gründete am 21.6.1920 das Tambourcorps "Viktoria Straberg". Vom 11. bis 14. September 1920 konnten die Straberger Schützen ihr erstes Schützenfest nach dem Ersten Weltkrieg feiern. Als neuer Regimentsoberst stellte sich der Bäckermeister Josef Brand vor. Selbst Heinrich Schmitz hatte seine Mannen von der Jägerkapelle wieder um sich geschart. Am Kirmesmontag wurde der neue Schützenkönig Gottfried Kollenbroich ausgelost. Zum Diamantenen Jubiläum 1927 wurde der Saal durch einen Bühnenanbau in Massivbauweise erweitert. Dem neuen Vorsitzenden Christian Meisen standen schwere Jahre bevor. Die große Arbeitslosigkeit bescherte auch in Straberg Armut und Not. Jahresvereinsbeiträge wurden gestundet und auch die Schützenfeste verloren ihren Glanz. Gleichschaltungsversuche brauner Machthaber scheiterten aber ab 1933 immer wieder am Widerstand fast des gesamten Vorstandes.

Fortsetzung folgt

Quelle:

stark zusammengefasst aus der Festschrift zum 125 Jährigen Jubiläum 1992
Der Aufsatz in der Festschrift lohnt die Lektüre des Originals. HBP