Eine (ganz) kleine Dorfhistorie
Fruchtbar Land an einem schönen Wald

Unser Straberg erhebt sich auf einer sanften Landerhöhung auf dem rechten Ufer eines alten versumpften und versandeten Rheinarmes. Nur wenn der Rhein früher Hochwasser führte, füllte sich dieser Arm noch mit Wasser. Bei Rückgang des Wassers blieb fruchtbarer Boden zurück. Dies machten sich Klöster, Abteien und Stifte zu Nutzen. Sie errichteten mehrere Guts-(sogenannte Lehenshöfe) im "Stro-broch'. Der Name ist eine althochdeutsche Bezeichnung für eine Gegend im Schilf-Bruch.

Schon im 11. -12. Jahrhundert führte sich die Schreib- und Sprechweise "Strabruch" ein. Seit dem 14. Jahrhundert hat sich der Ortsname "Straburg" durchgesetzt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begegnen uns in einer "Spezifikation der Ländereien zu Straberg" alte Flur- und Wegenamen, welche bis in die heutige Zeit noch Geltung haben, wie z.B. "am Pannes, an der Kölschen Straße, im Broich, am Ückerather Weg, an der Bighinnen Kuul oder Viehstraße".

Im 18. Jahrhundert gehört Straberg zur Amtsverwaltung Hülchrath und zur Pfarrei Nievenheim. Um 1800 hat das Dorf 500-660 Einwohner. Die kleine Kapelle von 1767 ist längst zu klein und wird 1802 um einen Kirchenraum erweitert. Seit 1804 ist Straberg Pfarrei. 1845 zählt das Dorf 700 Einwohner. Man wollte schon damals eine neue Kirche bauen, aber die Nähe zu Knechtsteden mit der großen Basilika führte zur Ablehnung des Bestrebens. Vierzig Jahre sollte es noch dauern bis 1888 der Privatgeistliche Herrmann Josef Schmitz unsere St. Agatha erbauen ließ. Unser Titelbild zeigt eine historische Ansicht mit der alten Kapelle und der neuen Kirche kurz nach deren Fertigstellung.

Quelle: gekürzt aus der Festschrift zum 125 Jährigen Jubiläum 1992